60 Jahre Janssen Bücher in Bochum - Die Konstante im Wandel der Stadt
Die Zeiten hätten besser nicht sein können, als das junge Ehepaar Ursula und Hanns Janssen, beide am Niederrhein geboren, im Jahr 1964 beschlossen, eine Buchhandlung in Bochum zu eröffnen. Die im Bau befindliche Ruhr-Universität war ein Signal für den beginnenden Strukturwandel im Ruhrgebiet. Durch regelmäßige Besuche in den neuen Instituten gelang es den jungen Gründer*innen, sich als kompetente Lieferant*innen auch von schwer besorgbarer Literatur einen Namen zu machen.
Schon nach einem Jahr auf der Hattinger Straße beschlossen sie das Ladenlokal in die Brüderstraße zu verlegen, um die Buchhandlung auch für das Laufpublikum leichter erreichbar zu machen. So wurde die Buchhandlung schon in den Anfangsjahren zu einem beliebten Anlaufpunkt für ein junges und kritisches Lesepublikum.
Die Ende der 1980er Jahre einsetzende Filialisierung der Großbuchhandlungen machte auch den in Bochum ansässigen Buchhandlungen zu schaffen. Als mit dem beginnenden 21. Jahrhundert erstmals Bücher online zu kaufen waren, verschärfte dies noch einmal die schwierige Situation für die Händler*innen vor Ort.
In diesen Zeiten war es wichtig, sich als Sortimentsbuchhandlung auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren, um sich auf dem sich rasant verändernden Markt zu behaupten. Dies heißt jedoch nicht, dass sich die Buchhandlung Janssen wichtigen Neuerungen verschloss. So erfreut sich auch der bereits vor 20 Jahren eingerichtete Online-Shop einer stetig wachsenden Nachfrage.
Nach mittlerweile 60 Jahren und unter der Leitung des Sohnes Nils Janssen ist die Buchhandlung auch für die Enkelgeneration Anlaufpunkt geblieben, um sich vor Ort über wichtige Neuerscheinungen zu informieren. Durch regelmäßige Lesungen und andere Veranstaltungen ist die Buchhandlung ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt.